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Erdfallgebiete

In einigen Regionen sind beim Neubau oder bei der Straßensanierung Bereiche zu queren, in denen mit Erdfällen oder Erdeinbrüchen an der Geländeoberfläche gerechnet werden muss. Zur Bodenstabilisierung können Geokunststoffe als Bewehrung eingebaut werden, um das Durchbrechen eines Straßenkörpers bei einem Einbruch zu verhindern.

Eine wirtschaftliche Sicherungsmaßnahme stellt die Bewehrung des Straßenunterbaus mit zweiaxial gestreckten, formstabilen Tensar SS-Geogittern dar. Der Einbau Geogitter-bewehrter Schichten gewährleistet Bodenstabilisierung während einer vorgegebenen Mindestzeit eine ausreichende Standsicherheit bzw. Überbrückung im Fall eines Erdeinbruchs.


An der Hochschule Anhalt in Dessau wurde anhand eines Erdfall-Großversuches ein Erdfall mit knotenfesten Tensar SS-Geogittern abgesichert. Der praxisnahe Versuch zeigte, dass die Einsenkung der bewehrten Fahrbahnoberfläche weit unterhalb der geforderten Grenzwerte lag und damit eine Bodenstabilisierung erreicht wurde.

Sowohl mit dem einlagigen als auch mit dem zweilagigen Tensar bewehrten Erdkörper war es möglich, einen Erdfall mit einem Durchmesser von 1,68m (einlagig) bzw. 2,0m (zweilagig) für die Dauer von zwei Wochen und unter der üblichen Verkehrsbelastung (nach DIN 1072) zu überbrücken.
Aus den Messergebnissen ist deutlich zu erkennen, dass sich bei den Versuchen in der Einbettungsschicht oberhalb der Geogitterbewehrung ein Traggewölbe ausgebildet hat. Die Gewölbewirkung führte dazu, dass die Vertikalspannungen unterhalb des Traggewölbes deutlich abnahmen. Gleichzeitig stiegen die Vertikalspannungen im seitlichen Auflagerbereich des Traggewölbes an. Auch bei der 2,4-fachen Verkehrsbelastung erwies sich der zweilagige Versuchsaufbau als stabil.