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1/9/2005

Weltjungendtage, Kerpen

Am 21. August 2005 findet auf dem ehemaligen Tagebaugelände der RWE Power AG in Kerpen die Abschlussmesse des XX. Weltjugendtages statt. An diesem Tag werden mehr als 800.000 Menschen zu dem zehn Meter hohen Altarhügel pilgern, um zusammen mit Papst Benedikt XVI. eine Messe zu feiern. Die Vorbereitungen auf dem sogenannten „Marienfeld“ laufen seit Monaten auf Hochtouren und stellen alle Beteiligten vor erhebliche Herausforderungen. Für die Abwicklung des Bauvorhabens wurde die Bilfinger Berger AG als Generalunternehmer beauftragt.

Bis 1986 wurde auf dem Gelände Braunkohle im Tagebau bis in einer Tiefe von 250 m abgebaut. Nach der Wiederverfüllung erfolgte zur Renaturierung der Fläche die Aufbringung von Lössboden mit einer Mächtigkeit von ca. 1,1 m. Zurzeit wird das Gelände landwirtschaftlich genutzt. Die vorhandene Grasnarbe ist je nach Lage ein bis drei Jahre alt.
Für den Weltjugendtag ist auf dem Gelände die Erstellung eines Wegenetzes mit einer Gesamtlänge von ca. 43 km erforderlich, das den unterschiedlichsten Belastungen standhalten und nach der Veranstaltung fast vollständig wieder zurückgebaut werden muss. Im Anschluss an den Weltjugendtag soll das Gelände wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Dies bedeutet, dass der anstehende Boden nicht schadhaft verdichtet werden darf. Des Weiteren muss das Gelände während des Weltjugendtages auch bei stärkerem Niederschlag befahrbar bleiben.

Zur Erfüllung der genannten Anforderungen galt es ein geeignetes Flächen-Schutz-Konzept zu entwickeln. Hierbei war zu berücksichtigen, dass nicht die zu erwartenden Menschenmassen, sondern die eigentliche Herstellung des Wegenetzes die Herausforderung darstellt. Hierzu müssen rund 80.000 t Lavamineralgemisch über das gesamte Gelände transportiert und verteilt werden.

Für die Erschließung der Flächen wurde folgendes Konzept entwickelt und umgesetzt: Um die auf den Boden wirkenden Kräfte auf eine größere Fläche zu verteilen, erfolgte die Verlegung des Kombinationsproduktes Tensar SS20-G - bestehend aus einem knotenfesten Geogitter und einem Vliesstoff der Geotextilrobustheitsklasse 3 - auf der vorhandenen Grasnarbe. Je nach Beanspruchung der Fläche wurde entsprechend der von der Firma Tensar International GmbH durchgeführten Bemessung ein optimierter Wegeaufbau erstellt. Auf das verlegte Tensar SS20-G wurde vor Kopf 25-40 cm Lavamineralgemisch (0/32 und 0/45) sowie 3 cm Lava (0/8) aufgeschüttet und statisch abgewalzt. Das verwendete Kombinationsprodukt der Firma Tensar International GmbH aus Bonn eignet sich hervorragend für diese Anwendung, da es durch seine hohe Eigensteifigkeit eine sehr gute Verteilung der Lasten ermöglicht und sich aufgrund seiner Robustheit ohne Probleme wieder zurückbauen lässt. Mit der Ausführung wurde die Arge Sieg und Partner GmbH &Co. KG, Wermelskirchen, und Engel Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Köln, beauftragt. Innerhalb von 14 Wochen wurden ca. 27 km temporäre Wege nach diesem Konzept erstellt.

Die Verdichtung des Bodens wird vor und nach dem Weltjugendtag mittels umfangreicher Messungen beobachtet und dokumentiert. Bisher wurden über 750 Bodenproben entnommen und ausgewertet. Messungen an zwei stark belasteten, bereits wieder zurückgebauten Kreuzungspunkten haben keine schadhaften Verdichtungen ergeben, die sich negativ auf die Bewirtschaftung der Flächen auswirken könnten.

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