Durch die geplante Umnutzung des Geländes der ehemaligen britischen Kaserne im Duisburger Süden wurden im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens Entwicklungsmöglichkeiten gesucht. Hierbei sollte ein attraktives Wohngebiet mit einem Gewerbegebiet kombiniert werden.
Den Zuschlag erhielten die Landschaftsarchitekten Fenner Steinhauer Weisser (FSW) aus Düsseldorf zusammen mit den Architekten Druschke + Grosser aus Duisburg. Das von FSW vorgeschlagene Grundprinzip der Raumbildung bestand in einer höhenmäßigen Strukturierung durch schräge Ebenen. Hierbei sollte das durch den Rückbau der Kasernengebäude anfallende Abbruchmaterial und der durch Neuaushub überschüssige Boden zur Gestaltung sowie zum Einsatz in einem Lärmschutzbauwerk verwendet werden.
Das Plangebiet wurde von Osten nach Westen in drei Nutzungszonen gegliedert. Im östlichen Bereich wurde eine Wohnbebauung vorgesehen; im westlichen eine gewerbliche Nutzung. Zwischen diesen beiden Nutzungen befindet sich eine öffentliche, ca. 3,3 ha große Grünanlage als optische und akustische Abschirmung durch einen keilförmigen, mindestens 5 m hohen Wall. Diese Höhe wurde durch eine entsprechende schallschutztechnische Untersuchung ermittelt.
In Anbetracht der exponierten Lage des Keils mussten – neben der Funktion als Immissionsschutz – auch hohe gestalterische und ästhetische Aspekte berücksichtigt werden. Die dem Gewerbegebiet zugewandte Stützmauer wurde in großen Teilen aus rückverhängten Gabionen erstellt, die bis zu einer Höhe von 5,50 m übereinander gesetzt wurden. Die Füllung erfolgte mit dem vor Ort gebrochenem Klinkermaterial der Körnung 75/100, das aus dem Abbruch der Gebäude gewonnen wurde. Die Neigung der Gabionenmauer beträgt 85°. Der Einbau der Gabionen und die Verlegung der Geogitter erfolgte durch die Geotechnik-Bau GmbH aus Kesselsdorf bei Dresden. Der dahinter liegende, angeschüttete Wall erhielt einen Kern aus ebenfalls auf der Baustelle anfallendem Recycling-Material der Klasse RCL I. Der Kern wurde anschließend mit 1,70 m Füllboden und 30 cm Oberboden abgedeckt. Der Böschungswinkel schwankt zwischen 1:2 bis 1:6,5 und wurde mit Bäumen, Sträuchern, Wiesenflächen und Rasen begrünt.
Auf der dem Wohngebiet zugewandten Seite des Walls wurde ein Kinderspielplatz integriert. Auch aus diesem Grunde wurden vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement hohe Sicherheitsanforderungen an das Gesamtkonzept gestellt. So musste z.B. die Absturzkante des Walls mit einem 1,80 m hohen Stabgitterzaun gesichert werden, wobei in unmittelbarer Nähe des Zauns keine höhere Bepflanzung ausgeführt werden dürfte.
Die Gabionen wurden mit einaxialen, zugelassenen Tensar-Geogittern gem. den statischen Anforderungen kraftschlüssig rückverhängt. Hierbei wurden besondere Anforderungen an die Beständigkeit und Robustheit der Geogitter gestellt. Zum einen können bei dem für die Hinterfüllung verwendeten Recycling Material hohe ph-Werte entstehen. Zum anderen ist das Hinterfüllmaterial grob und scharfkantig und musste mit einem Verdichtungsgrad von Dpr = 100% verdichtet werden. Beide Anforderungen konnten durch den Einsatz der einaxialen Tensar Geogitter problemlos erfüllt werden. Die hohe Beständigkeit - auch in alkalischem Milieu - wird durch den Rohstoff PEHD erzielt; die Robustheit durch das besondere Herstellungsverfahren bestehend aus Extrudieren, Stanzen und Strecken. Das fertige Produkt ist monolithisch – besteht also aus einem Stück und weist keinerlei mechanische Verbindungen in den Knotenpunkten auf. Diese hohe Knotenfestigkeit ermöglicht es, Geogitter und Gabionen direkt und kraftschlüssig miteinander zu verbinden – im Gegensatz zu „Pseudoverbindungen“ über Reibung.
Durch diese kombinierte Bauweise konnten ca. 50.000 m3 Recycling-Material sinnvoll wieder verwendet werden ohne bei Gestaltung, Ästhetik und Sicherheit Abstriche machen zu müssen. Ein direkter Preisvergleich mit einer Betonlösung zeigte die Wirtschaftlichkeit der rückverhängten Gabionenwand. Die Kosten lagen bei etwa einem Drittel!
Auch dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie erfahrene Ingenieure unter Verwendung von hochwertigen Produkten
· sichere,
· ästhetische,
· ökologische und
· wirtschaftliche
Lösungen realisieren können.
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