1/2/2006 |
Sanierung der Betonfahrbahnen in Salzgitter |
Ausgangssituation
Die Betonfahrbahnen im Stadtgebiet Salzgitter wurden im Wesentlichen in den 40er Jahren gebaut. Die Fahrbahnbefestigungen bestehen überwiegend aus 10 m langen und 3 m breiten Betonplatten, die größtenteils mittig und teilweise auch mehrfach gerissen sind. Die Betonplatten sind in einigen Bereichen mit bituminösem Mischgut dünn überbaut oder auch mit einer Asphaltdecke versehen worden.
Im Jahr 2003 waren die Betonfahrbahnen im Zentrum der Stadt stark sanierungsbedürftig. Da für einen RStO-gerechten Neubau keine finanziellen Mittel zur Verfügung standen, erfolgte eine Sanierung der Flächen mit Tensar Glasstex. Die Grundlage für die Erarbeitung eines geeigneten Sanierungskonzeptes bildeten die Ergebnisse der Erkundung des Straßenaufbaus mittels Kernbohrungen und Rammkernsondierungen sowie Tragfähigkeitsmessungen mit dem Falling-Weight-Deflectometer (FWD).
Untersuchungsergebnisse
· Der gebundene Fahrbahnaufbau weist i.M. eine Dicke von ca. 20 cm auf und besteht im Wesentlichen aus Beton.
· Die von der Tragschicht ohne Bindemittel untersuchten Materialien sind nicht frostempfindlich und weisen i.M. eine Dicke von mehr als 30 cm auf.
Der Untergrund ist als Schluff anzusprechen. Dieser bindige Boden (Lößlehm) staut versickerndes Niederschlagswasser. Nach andauernden Niederschlägen kann durch die Fugen eindringendes Oberflächenwasser zu Schichtenwasser führen und bei dynamischen, verkehrsbedingten Beanspruchungen die Tragfähigkeit des Sandes bzw. Kieses vermindern. Die mit dem FWD gemessenen Einsenkungen in Betonplattenmitte haben ein relativ geringes Niveau. Erhöhte Einsenkungen treten im Bereich einseitiger Querneigung an der tieferen Seite auf.
Es ist zu vermuten, dass das mittlerweile in den Rissen und offenen Betonplattenfugen versickerte Oberflächenwasser das Planum der Straße in diesem Bereich dauerhaft feucht hält und dies die Fahrbahnschäden bedingt bzw. beschleunigt. Aus diesem Grund ist das Eindringen von Oberflächenwasser in die ungebundenen Schichten des Fahrbahnaufbaus mit geeigneten Maßnahmen zu verhindern, die Fahrbahnoberfläche abzudichten und das Planum zu entwässern.
Sanierungskonzept
Das Tiefbauamt der Stadt Salzgitter entschied sich für die Umsetzung des vom Ingenieurbüro für Verkehrswegebau, Hannover erarbeiteten Sanierungskonzeptes mit dem Einsatz des Verbundstoffs Tensar Glasstex P100. Dieses Konzept sah den Aufbau eines abdichtenden Systems auf den bestehenden Betonfahrbahnen vor, um den Kontakt des Untergrundes mit Oberflächenwasser weitestgehend auszuschließen und dadurch eine Regeneration der Tragfähigkeit des Gesamtsystems zu bewirken.
Im Folgenden werden die wesentlichen Arbeitsschritte des Sanierungskonzeptes, dargestellt:
· Anheben und Erneuern der Straßenabläufe in den erforderlichen Teilbereichen
· Feinfräsung der gesamten Betonfahrbahn bis zu einer Dicke von maximal 4 cm. Erneuerung stark beschädigter Betonplatten mit Asphalt
· Reinigen und Vergießen der Fugen sowie größerer Risse
· Anspritzen der gesamten Fläche mit polymermodifizierter Bitumenemulsion (U 70 K PmB)
· Verlegung des Verbundstoffs Tensar Glasstex P100 in die teilgebrochene Bitu-menemulsion
· Einbau von 4 cm Splittmastixasphalt
Mehrjährige Erfahrungen belegen, dass der Einsatz des Verbundstoffs Tensar Glasstex P100 in Verbindung mit der aufgebrachten Bitumenemulsion und der Deckschicht eine abdichtende Funktion besitzt und das Durchschlagen der Risse und Fugen in den überbauten Asphalt erheblich verzögert bzw. gänzlich verhindert.
Aktuelle Situation im Dezember 2005
Die mit dem oben genannten System sanierten Fahrbahnen befinden sich heute in einem einwandfreien Zustand. Es sind weder unterlagenbedingte Verformungen aufgetreten noch Risse in den überbauten Asphalt durchgeschlagen.
Die Nachuntersuchungen mit dem FWD im vergangenen Jahr belegen, dass die gemessenen Einsenkungen durchschnittlich geringer geworden sind und der Variationskoeffizient von maximal 40 % auf 15 % abgenommen hat. Dies bedeutet, dass die derzeitige Fahrbahnbefestigung eine wesentlich homogenere Tragfähigkeit als vor der Sanierung aufweist.
Durch diese Bauweise war es möglich, die Kosten für die Sanierung auf ca. 25% der für einen grundhaften Neuausbau erforderlichen Kosten zu senken. Aufgrund der positiven Erfahrungen hat die Stadt Salzgitter in den Jahren 2003 und 2004 die Albert-Schweitzer-Straße sowie die Berliner Straße und im Jahr 2005 weitere ca. 60.000 m² mit diesem System erneuert.
|
|
|
|