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16/2/2007

Rückblick

Das Problem
Laut Bodengutachten waren in vielen Bereichen des Grundstücks Auffüllungen vorhanden. Unter anderem befand sich auf dem Gelände einmal eine Tankstelle. Weiterhin waren kleine Werkstatt- und Garagenkomplexe vorhanden, die zum Teil als Auslieferungslager für Briketts oder ähnliche Güter genutzt wurden.

Die Grundwasserstände korrespondieren an dieser Stelle mit dem südöstlich gelegenen Stadtsee und liegen ca. 0,5 m unter der Geländeoberkante. Die bindigen Auffüllungen wiesen überwiegend eine weiche, die darunter anstehenden bindigen Böden eine überwiegend weiche bis steife Konsistenz auf.

Erfahrungsgemäß sind für diese Böden, in Verbindung mit dem angetroffenen Grundwasserstand, Tragfähigkeitswerte von < 10 MN/m² anzusetzen. Auf Grund der sehr inhomogenen Baugrundverhältnisse waren Bodenverfestigungen bzw. Bodenverbesserungen mit Bindemitteln ausgeschlossen. Bei einem erforderlichen Bodenaustausch hätten die Entsorgung des anstehenden Bodens und die Lieferung des Ersatzmaterials zu einem deutlichen Anstieg der Kosten für das Gesamtbauwerk geführt. Die Wirtschaftlichkeit der ganzen Maßnahme wäre in Frage gestellt worden.

Die Lösung
Als Alternative zog der Baugrundgutachter eine Lösung unter Einbeziehung von Geogittern in Betracht. Die von der Fa. Tensar International GmbH vorgenommene Bemessung sah einen um ca. 30 % geringeren Aufbau gegenüber eines Bodenaustausches vor.

Die Vorteile dieser Lösung waren:
· Vermeidung des Bodenaustauschs
· Erhöhung der Tragfähigkeiten trotz geringeren Aufbaus
· Vergleichmäßigung von Setzungen
· Größere Lastverteilung
· Deutlich kürzere Bauzeit sowie
· Keine Wasserhaltung erforderlich

Projektbeschreibung:
Nach Erstellung verschiedener Probefelder entschieden sich Auftraggeber, Bodengutachter und Planer für den von der Firma Tensar International GmbH bemessenen 75 cm starken Aufbau mit 3 Lagen Tensar Geogittern.

Nach Bau der vorgeschlagenen Variante erfolgten Plattendruckversuche nach 3, 6 und 16 Tagen. Die Entwicklung der Tragfähigkeiten war letztendlich entscheidend für den Aufbau. Obwohl die erforderliche Tragfähigkeit von 150 MN/m² nach 16 Tagen noch nicht erreicht wurde, entschied man sich für die vorgeschlagene Lösung, da eine deutliche Steigerung der Tragfähigkeit erkennbar war. Des Weiteren wurde zur Auflage gemacht, vor der Überbauung mit einem Pflaster nochmals einen Plattendruckversuch vorzunehmen. Das Ergebnis lag mit 172 MN/m² deutlich über dem zu erzielenden Wert – nur so konnte eine termingerechte Fertigstellung und somit Eröffnung des Verbrauchermarktes gewährleistet werden.

Stand im Jahr 2007:
Nach nunmehr 5 Jahren wird deutlich, dass diese Variante unter Einsatz von Tensar Geogittern in der Bauausführung nicht nur kostengünstiger als konventionelle Bauverfahren war, sondern auch die häufig auftretenden Probleme von punktuellen Setzungen vermieden werden konnten. Es sind keinerlei punktuelle Setzungen im Bereich der Pflasterflächen aufgetreten.

Fazit:
Diese Bauweise unter Einsatz von Tensar Geogittern stellt eine wirtschaftliche und Ressourcen sparende Alternative zu konventionellen Bauweisen dar.