Das wohl größte Ohr der Welt ist die spektakuläre Attraktion bei der Neugestaltung der Bergbaufolgelandschaft im Oberlausitzer Seenland. 350 Meter lang und an der höchsten Stelle 18 Meter hoch ist das Landschafts-Kunstbauwerk, das jetzt auf dem Areal des ehemaligen Braunkohletagebaus Bärwalde nördlich von Bautzen unter Einsatz von Geotextilien fertig gestellt wurde.
Vor Planern und Ingenieuren zog Erhard Luce, Projektleiter bei TENSAR (Bonn), auf der Baustelle Bilanz: Zur Stabilisierung des aus Erdwällen errichteten Ohres wurden rund 50.000 Quadratmeter Geogitter verbaut.
Tensar Geogitter haben sich in der Vergangenheit längst bei anspruchsvollen Bauvorhaben im Böschungsbau wie auch im Verkehrswegebau bewährt. Die originalgetreue Modellierung des menschlichen Ohres ist ein Beispiel dafür, dass die Einsatzmöglichkeiten für Geogitter überall da, wo Erde zusammen gehalten werden muss, unbegrenzt sind. Das Ohr ist eines von vielen Einzelprojekten im Rahmen eines neuen Naherholungsgebietes, das der Zweckverband Landschaftspark Bärwalder See überwiegend mit EU-Fördermitteln errichtet. Ziel ist es, die Attraktivität der strukturarmen Region zu steigern und Touristen in die Oberlausitz zu holen.
Das Kunstwerk ist nicht allein zum Anschauen da. Man kann das Ohr von allen Seiten besteigen. Ingenieure und Mitarbeiter von Bauunternehmen und Bauverwaltungen, die sich bei Tensar-Geschäftsführer Helmut Kroth und Projektleiter Erhard Luce vor Ort über die Baumaßnahme informierten, waren die ersten Spaziergänger, die auf dem äußeren Rand des Ohres von oben auf den Bärwalder See bis in die Weite der Niederlausitz blickten. Wo noch vor einigen Wochen kahle Erdwälle waren, sprießt mittlerweile frisches Grün.
Jürgen Nagel, Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH und Auftraggeber des mit 707.000 Euro veranschlagten Kunstwerkes erläuterte, der polnische Künstler Jaroslaw Kozakiewicz (Warschau) wolle mit der Nachbildung des Sinnesorganes in unmittelbarer Nähe zu einem Kraftwerk Natur und Technik in Einklang bringen. Was noch aussteht, ist der Bau eines kleinen Amphitheaters in der in der Ohrmuschel für Konzerte und Aufführungen. Es soll nächstes Jahr mit einem Kostenvolumen von 230.000 Euro gebaut werden.
Manja Nadebor, Bauleiterin der bauausführenden Nadebor Tief- und Landeskulturbau GmbH in Kauschwitz, erläuterte, die bauliche Herausforderung bei dem Kunstobjekt habe darin bestanden, die unterschiedlich hohen und übersteilen Erdwälle ohne großen baulichen Aufwand nachhaltig zu stabilisieren. Dazu wurden einaxial gestreckte Tensar RE-Geogitter lageweise nach statischen Erfordernissen in die Erdwälle verlegt. In Anbetracht dessen, dass nicht nur unterschiedliche Höhen zu bauen waren, sondern auch an jeder Stelle des Ohres unterschiedliche Radien, kam der Ausführung die Rollenbreite von 1,30m sehr entgegen.
Zur dauerhaften Sicherung der Böschungsoberfläche vor Erosion wurde abschließend die dreidimensionale Erosionsschutzmatte Tensar-Mat aufgebracht.
Kurze Bauzeiten und weniger Kosten
Die knotenfesten, vorgestreckten und aus einem Stück bestehenden Geogitter aus dem Hause Tensar seien im Vergleich mit konventionellen Baustoffen eine kostengünstige, hochwertige und Ressourcen sparende Alternative, erläuterte Tensar-Geschäftsführer Kroth. Denn Geogitter ermöglichten kurze, von der Witterung weitgehend unabhängige Bauzeiten und allein schon deshalb eine konsequente Kostenreduzierung. Nicht zuletzt aufgrund der angespannten öffentlichen Haushaltslage sind Geogitter mittlerweile in allen Bereichen auf dem Vormarsch.
So ganz nebenbei kann durch den Einsatz von Tensar-Geogittern auch dem Kreislauf¬wirtschafts- und Abfallgesetz in besonderem Maße Rechnung getragen werden. Vor Ort vorhandene und häufig zur Deponierung vorgesehene Materialien können in den meisten Fällen wieder¬verwendet werden. Dies schützt die Umwelt, spart Deponieraum und ist ganz nebenbei noch deutlich wirtschaftlicher.
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