8/9/2008 |
Tigergehege mit Tensar-Geogittern errichtet |
Ein neues Zuhause für Alex und Fesins.
Im preisgekrönten Zoo Eberswalde nordöstlich von Berlin wurde ein Jahr nach der Grundsteinlegung jetzt die neue Tigeranlage eingeweiht. Den Bau des neuen Geheges haben Zoofreunde und Bau-Experten gleichermaßen gespannt verfolgt. Denn zum ersten Mal wurde eine Zooanlage unter Einsatz von Geogittern gebaut. Dieses unkonventionelle Verfahren hat sich bislang überwiegend im Straßen- und Wegebau bewährt. Der Zoo ist ein Beispiel, dass Geogitter eine lohnende Alternative zu Erdbewehrungen herkömmlicher Art darstellen. Ob im Tiefbau oder bei Böschungen, die Vorteile sind die gleichen: Geogitter können schnell verlegt werden, sind Ressourcen schonend und wirtschaftlich.
Zur feierlichen Übergabe des Tigergeheges begrüßte Zoodirektor Dr. Bernd Hensch neben Stammbesuchern des Zoos eine große Anzahl Experten aus Ingenieurbüros und Bauunternehmen, die sich vor Ort von den Einsatzmöglichkeiten der alternativen Bauweise informierten.
Bei dem 10.000 Quadratmeter großen Tigergehege mit Auslaufgelände wurde bewusst auf Beton verzichtet. Statt dessen wurde ein Stapelsystem (Tensar Wall) aus losen Steinen verwendet. Tensar Wall ermöglicht durch eine mörtel- und schalungsfreie Bauweise eine schnelle und kostengünstige Realisierung der Baumaßnahme. Als Frontelemente dienen nach dem Nut-Feder-Prinzip konstruierte Betonstapelsteine, in deren Nut die Geogitter mit einem speziellen Verbindungskeil schlupffrei eingehängt werden.
Sowohl die Oberfläche als auch die Farbe der Betonstapelsteine kann individuell produziert werden. Ziel ist eine attraktive Optik mit minimalem Wartungsaufwand.
Zoodirektor Dr. Hensch sagte am Rand der Veranstaltung, mit konventionellen Bauverfahren wäre der Bau für den Zoo zu teuer gewesen. „Von dem verrückten Bausystem“, wie er sagt, ist Hensch begeistert. Das Pilotprojekt Tigeranlage hat bereits erste Anfragen aus anderen Zoos nach sich gezogen.
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