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1/2/2005

System Tensar BEV, Tensar AR-G

System Tensar BEV, Tensar AR-G

Ausgangssituation
Die Schachtanlage Asse dient heute als Forschungs- und Entwicklungslabor für die Endlagerung radioaktiver Abfälle. In dem ehemaligen Salzbergwerk werden seit 1979 keine radioaktiven Abfälle mehr eingelagert. Bis zum Jahr 2013 soll die Schachtanlage nach den Bundesberggesetz geschlossen werden. In diesem Zusammenhang ist ein Verschlusskonzept aus verschiedenen Barrieren geplant. Zum Verfüllen der Kavernen wird Abraumsalz verwendet, dass durch Zugabe einer Sole angefeuchtet wird.

Zur Beförderung der Sole standen zwei Alternativen zur Verfügung. Die Anlieferung über die Schiene oder die Anlieferung über die Straße. Die vorhandene Zufahrtsstraße der Schachtanlage war in den vergangenen Jahren ausschließlich für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von max. 6 t zugelassen. Neben starken Unebenheiten wies sie deutliche Rissbildungen in Längs- und Querrichtung sowie Ausmagerungen auf.
Nach Prüfung der Investitionskosten entschloss sich die Betreibergesellschaft –GSF- Forschungszentrum für Umwelt, die Anlieferung der Sole über die Zufahrtsstraße abzuwickeln. Die daraus resultierende Vergrößerung der Verkehrslasten (Schwerlastverkehr) in Verbindung mit einem höheren Verkehrsaufkommen erfordert ein besonderes Sanierungskonzept für die beschädigte Straße.

Das Tiefbauamt des Landkreises Wolfenbüttel schlug nach umfangreicher Schadensbegutachtung eine Bauweise mit einer Asphalteinlage vor. Als „Bewehrung“ der neu aufzubringenden Schichten wurde der Verbundstoff Tensar AR-G vorgesehen. Diese Bauweise soll ein Durchschlagen der Risse vermindern und die Gebrauchsdauer der K 513 im Bereich Remlingen – Gr. Vahlberg verlängern.

Schadensgutachten
Abb: Schadensbild 1
Abb: Schadensbild 2

 

 

 

 

 

Die Beurteilung des Baugrundes und des Straßenaufbaus durch das Tiefbauamt des Landkreises Wolfenbüttel brachte folgende Ergebnisse:

  • Im Bereich der Trasse steht unter dem Straßenoberbau Lösslehm und Ton an. In den Randbereichen wurden zusätzlich Geschiebemergel und Sand angetroffen.
  • Der anstehende gewachsene Boden ist entsprechend ZTVE-StB 94 als sehr frostempfindlich (F3) einzustufen.
  • Der vorhandene Straßenoberbau hat eine Dicke von 0,55 m.
  • Es ist zu vermuten, dass durch die Beanspruchungen des Schwerlastverkehrs im Laufe der Jahrzehnte der Schluff des Untergrundes in die ungebundene Tragschicht eingewandert ist.
  • In Teilbereichen ist die ungebundene Tragschicht als frostempfindlich zu betrachten.

Sanierungskonzept
Aufgrund des Schadensgutachten galt es bei der Sanierung der K 513 das Durchschlagen der Risse im neuen Hocheinbau langfristig zu vermindern, um das Eindringen von Oberflächenwasser in den ungebundenen Oberbau zu verhindern. Der gebundene Straßenaufbau war derart zu verstärken, dass eine schwerlastbedingte Durchbiegung an der Unterseite der neuen Asphaltschichten keine Risse verursacht.
Aus diesem Grund erfolgte der Einsatz des Gitters Tensar AR-G als Bewehrungseinlage. Tensar AR-G ist ein verformungsstabiles, knotensteifes, zweiaxial-gestrecktes Polypropylengitter mit einem speziellen, thermisch aufgebrachten Vliesstoff. Es verhindert nachweislich langfristig das Durchschlagen der Risse aus vorhandenen Fahrbahnen in die überbauten Schichten. Tensar AR-G bewirkt eine Rissbewehrung bei verkehrs- und temperaturbedingten Beanspruchungen und mindert die Auswirkungen der Inhomogenitäten der bestehenden Fahrbahnkonstruktion. Der thermisch aufgebrachte Vliesstoff hat zusätzlich eine abdichtende Funktion im System.

Abb: Skizze des Straßenaufbaus
Abb: Überbauung von Tensar AR-G

 

 

 

 

 



Zur Überprüfung des Straßenaufbaus nach der Sanierung wurde bei diesem Bauvorhaben eine verbesserte Methode zur elektromagnetischen Schichtdickenbestimmung mit dem Gerät MIT-SCAN-T durchgeführt. Das Gerät MIT-SCAN-T kann zur Bestimmung der Schichtdicken für alle im Straßenbau verwendeten Fahrbahnmaterialien eingesetzt werden und arbeitet nach dem Wechselstromverfahren in der Form der time-domain-Analyse. Diese Meßmethode ist sehr robust und erzielt eine hohe Messgenauigkeit.


Literatur
ELH
Erdbaulabor Hannover Ingenieure GmbH
Dr.-Ing. Helge Beyer
Beurteilung des Baugrundes
und des Straßenoberbaus
MIT GmbH
Magnetic Imaging Tools Dresden
Methode der Schichtdickenmessung


 

 

 


Anschriften der Verfasser
Dipl.-Ing. Helmut Zielinski
Landkreis Wolfenbüttel
Harzstraße 6
D-38300 Wolfenbüttel
E-Mail: h.zielinski@lkwf.de
Erhard Luce
Tensar International GmbH
Brühler Straße 9
D-53119 Bonn
E-Mail: luce@tensar.de

 

 

 

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