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1/4/2005

16 Meter hoher Stützkörper

Einführung
Im Rahmen des Sanierungsplans der Hausmülldeponie Lauterecken waren in den Jahren 2000 bis 2002 umfangreiche Profilierungsmaßnahmen erforderlich. In diesem Zusammenhang musste am östlichen Deponierand, unmittelbar neben einer Tennisanlage, ein Stützkörper mit einer Höhe von ca. 16 m sowie einer Neigung von bis zu 70° hergestellt werden.
Auf Grund der beengten Platzsituation war eine konventionelle Sicherung dieser Steilböschung nicht möglich. Zur Ausführung kam ein mit Tensar Geogittern bewehrten Erdkörper. Dieses bewehrte System zeichnet sich gegenüber konventionellen Böschungssicherungen durch eine wirtschaftliche und flexible Herstellung sowie eine optisch ansprechende Gestaltung aus.
Die Planung des Bauvorhabens wurde vom Ingenieurbüro Arcadis Consult GmbH, Kaiserlautern durchgeführt. Für den Bau des Stützkörpers wurde ein Qualitätsmanagement erstellt.


Beschreibung des Stützkörpers
Der bewehrte Stützkörper am östlichen Deponierand ist ca. 140 m lang, hat eine maximale Höhe von 16 m und weist eine maximale Neigung von 1:0,4 (ca. 70 °) auf. Im Endzustand befindet sich auf der Konstruktion ein Wartungsweg.
Im unteren Bereich des Stützkörpers, bis ca. 3 m über Geländeoberkante, wurde eine geogitterrückverankerte Gabionenwand hergestellt. Die Gabionen sind auf einem ca. 1 m breiten Unterbetonkörper (Streifenfundament) gegründet, der ca. 1,4 m in das bestehende Gelände einbindet.


Oberhalb der Gabionenwand ist die Außenhaut der bewehrten Konstruktion durch verzinkte Stahlgitterelemente gesichert. Die gewünschte Neigung von 70° wurde durch entsprechende Distanzhalter zwischen den äußeren Stahlgittermatten und den Bodengittermatten eingestellt.
Die Gabionen und Stahlgitterelemente sind durch verzinkte Steckstäbe, sogenannte Steckschließen, kraftschlüssig mit den rückverankernden Tensar Geogittern verbunden. In den Unterbetonkörper wurden ebenfalls zur Rückverhängung Tensar Geogitter einbetoniert.
Der Einbau der Geogitter erfolgte in Lagenabständen von 0,7 m. Auf den einzelnen Bewehrungslagen wurde lagenweise geeigneter Füllboden eingebaut und verdichtet. Hierbei kamen ausschließlich eignungsfestgestellte und güteüberwachte Böden zum Einsatz.
Die verwendeten einaxial gestreckten Tensar Geogitter bestehen aus Polyethylen hoher Dichte (PEHD). Durch diesen Rohstoff sind sie auch in Böden bzw. Umgebungen mit pH-Werten > 10 beständig.


Qualitätssicherung
Zur Erzielung des geforderten, hohen Sicherheitsstandards wurde sowohl die Herstellung des bewehrten Stützkörpers als auch die des gesamten Dichtungssystems der Oberflächenabdichtung permanent überwacht. Die Überwachung erstreckte sich von der Prüfung der Ausgangsmaterialien bis hin zur Fertigstellung der Systemelemente und diente zur Sicherstellung der planerischen Vorgaben.
Wie bei derartigen Baumaßnahmen üblich, wurden eine Eigenprüfung des Herstellers, eine Fremdprüfung und eine baubehördlichen Überwachung durchgeführt. Die Anforderungen an die Einbaumaterialien sowie die Anzahl der Überwachungsprüfungen waren in den technischen Vorbemerkungen zum Leistungsverzeichnis, die den Ausschreibungsunterlagen beigefügt waren, festgelegt. Die Überwachung wurde von der Ingenieurgemeinschaft Prof. Meissner / Prof. Tausch vorgenommen.

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