Einführung
Zunehmend schwindende finanzielle Mittel in den Kassen der öffentlichen Auftraggeber sowie hoher Konkurrenzdruck bei Planern und Bauunternehmern verlangen innovative und wirtschaftliche Baulösungen, um am Markt bestehen zu können.
Häufig werden durch eingeschränkte Platzverhältnisse zusätzlich hohe Anforderungen an eine mögliche Lösung zur Sicherung von Geländesprüngen gestellt. Um eine Reduzierung des Flächenbedarfes zur erreichen, werden übersteile Böschungen und Stützkonstruktionen erforderlich. Eine solche Konstruktion sollte kostengünstig sein und eine optimale Anpassung an die umgebende Landschaft bieten. Konventionelle Bauweisen, wie z.B. die Herstellung einer Stahlbetonwinkelstützwand, können diese Kriterien nicht erfüllen.
Die Sicherung von Geländesprüngen kann im Vergleich zu konventionellen Bauweisen durch eine geogitterbewehrte Konstruktion mit geringerem Kosten- und Zeitaufwand sowie einer vielfältigen Auswahl an Frontelementen realisiert werden. Da die Außenhaut das dauerhaft sichtbare Element einer Stützkonstruktion ist, sollte die Auswahl unter Berücksichtigung technischer und gestalterischer Aspekte sorgfältig überlegt werden.
In diesem Beitrag wird am Beispiel eines Bauvorhabens in Burkau, Oberlausitz/Sachsen, die Systemlösung einer geogitterbewehrten Stützkonstruktion vorgestellt.

Aufgabenstellung
Im Zuge des Neubaus der Ortsdurchfahrt Burkau waren Geländesprünge mit Höhendifferenzen zwischen 1,5 und 3,0m zu überwinden.
Folgende Bedingungen galt es dabei zu erfüllen: Zum Einen musste eine optimale Anpassung der Konstruktion auf die sich kontinuierlich verändernden Böschungshöhen und die Geometrie möglich sein. Zum Anderen durfte die Konstruktion bei eventuellen späteren Setzungen keine Schäden erfahren. Des Weiteren musste die Montage ohne aufwändige Zusatzmaßnahmen unter den vorgegebenen eingeschränkten Platzverhältnissen erfolgen und in die Stützkonstruktion eine Treppe integriert werden.
Traditionell sind derartige Bauwerke in der Oberlausitz als Schwergewichtsmauern mit dem vorhandenen Gestein Granit als Werksteinmauerwerk ausgeführt worden. Diese Bauweise ist jedoch bei den heutigen Arbeitszeit- und Materialkosten sehr teuer. Aus diesem Grund wurde nach Alternativen gesucht, welche den geforderten Ansprüchen gerecht werden können. Nach Möglichkeit sollte das Erscheinungsbild der traditionellen Bauweise nahe kommen.
Der Auftraggeber entschied sich nach Abwägung der Alternativen für eine geogitter-bewehrte Stützkonstruktion nach dem System „Tensar Wall“.
Aufbau und Montage des Systems „Tensar Wall“
Das System „Tensar Wall“ besteht aus den folgenden Elementen:
- Betonstapelsteine
- Einaxial gestreckte Tensar Geogitter
- Verbindungselemente
- Verdichtungsfähiges Schüttmaterial

Das System Tensar Wall besticht durch eine schnelle und einfache Bauweise. Vor Beginn der Montage ist ein ebenmäßiges und verdichtetes Erdplanum gemäß ZTVE-StB 97 herzustellen. Unterhalb der Betonstapelsteine ist die Herstellung eines frostfrei gegründeten Betonstreifenfundamentes erforderlich. Die Abmessungen ergeben sich aus den statischen Erfordernissen des jeweiligen Bauvorhabens.
Die Außenhaut der Stützkonstruktion bilden die Tensar Wall-Betonstapelsteine, die mit einer Fuge (Nut) auf der Oberseite und einer Feder an der Unterkante der Steine produziert werden. Diese Steine werden mittels spezieller Verbindungselemente kraftschlüssig mit einaxial gestreckten Tensar Geogittern rückverankert. Hierbei wird das Ende des Geogitters zusammen mit den Verbindungselementen in der Steinfuge platziert und durch Aufsetzen des nächsten Steines fixiert. Die Einbindelänge der Geogitter sowie deren Lagenabstand untereinander ergibt sich aus statischen Erfordernissen.
Auf die Geogitter wird lagenweise Vor-Kopf verdichtungsfähiges Schüttmaterial aufgebracht. Direkt hinter der Front (Betonstapelsteine) ist dränagefähiges Material (z.B. Kies) vorzusehen. Für Einbau und Verdichtung sind die aktuellen Regelwerke, z.B. ZTVE-StB 97, zu beachten. Abschließend werden auf die Betonstapelsteine Abdeckplatten aufgebracht und mit Spezialkleber oder Mörtel befestigt.

Fazit
Die beschriebene Bauweise einer Erdverbundkonstruktion mit geogitterrückverankerten Frontelementen hat sich im Vergleich zu den in Erwägung gezogenen Alternativen als eine äußerst wirtschaftliche Lösung herausgestellt. In vielen Fällen kann die Konstruktion mit dem anstehenden Bodenmaterial errichtet werden. Die Möglichkeit der Montage ohne schwere Hebemittel ist vor allem bei beengten Platzverhältnissen und Hanglage als vorteilhaft und sehr flexibel anzusehen.
Der Tensar-Wall-Betonstapelstein wirkt durch seine gebrochene Oberfläche wie ein Werkstein aus Naturgestein. Durch die Möglichkeit, den Beton mit einer flexiblen Farbgebung herzustellen und an verschiedene Formate anzupassen können die speziellen Wünschen und Forderungen unserer Kunden berücksichtigt werden.
Außer dem am Projekt „Burkau“ vorgestellten System Tensar Wall bietet die Firma Tensar International weitere interessante Systemlösungen für Stützkonstruktionen und Steilböschungen. Für alle unsere Systeme können wir selbstverständlich die erforderlichen Berechnungen und Nachweise liefern.
Weitere Informationen:
Tensar International GmbH
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