An der Aus- und Neubaustrecke der Deutschen Bahn von Karlsruhe nach Basel war im Bereich der Ortschaft Sinzheim der Bau einer Lärmschutzkonstruktion erforderlich. Hierfür war ein Lärmschutzwall geplant, wobei auf der Bahnseite des Lärmschutzwalls ursprünglich eine Stahlbetonwinkelstützwand und auf der anderen Seite eine Regelböschung mit einer Neigung von 1:1,5 hergestellt werden sollte (siehe Bild 1). Auf Grund technischer und wirtschaftlicher Vorteile entschied sich der Bauherr an Stelle einer Stahlbetonwinkelstützwand für eine geogitterbewehrte Stützkonstruktion mit einer Front aus Betonstapelsteinen nach dem System Tensar Wall. Dieses System besticht durch eine einfache und schnelle Bauweise. Für den Bau sind weder Schalung noch schwere Hebegeräte erforderlich. Somit ergeben sich gegenüber einer Stahlbetonwinkelkonstruktion erhebliche Kosten- und Zeitvorteile.

Bild 1: Beispiel eines Querschnittes der Lärmschutzkonstruktion (Quelle: Tensar International)
Der Vorschlag der geogitterbewehrten Stützkonstruktion sowie die entsprechende prüffähige Statik wurden von der Abteilung Anwendungstechnik der Tensar International GmbH in Bonn erstellt.
Die Konstruktion wurde frostfrei auf einem Betonstreifenfundament gegründet. Die Front der Stützkonstruktion bilden Betonstapelsteine, die mit einer Längsfuge auf der Oberkante der Steine gefertigt werden. Mittels eines speziellen Verankerungskeils werden die einaxial gestreckten Tensar Geogittern zur Rückverhängung in dieser Fuge schlupffrei eingehängt. Somit entsteht eine kraftschlüssige und zugfeste Verbindung zwischen Frontelementen und Geogittern.
Die Tensar Geogitter wurden lagenweise mit den nach Statik erforderlichen Lagenabständen und Einbindelängen verlegt. Auf den einzelnen Geogitterlagen wurde das Verfüllmaterial lagenweise eingebaut und verdichtet (vgl. Bild 2).
Als Verfüllmaterial wurde ein Gemisch aus mit Bindemitteln verbesserten anstehenden Böden und grobkörnigen Materialien aus den Rückbaumaßnahmen des bestehenden Bahndammes vorgesehen. Auf Grund der chemischen Beständigkeit der Tensar Geogitter aus dem Rohstoff Polyethylen hoher Dichte (PEHD) konnte der Einbau dieses Schüttmaterials problemlos erfolgen.

Bild 2: Einbau des Verfüllmaterials (Quelle: Tensar International)
Für eine ausreichende Entwässerung der Konstruktion sorgt die Kiesschicht direkt hinter den Betonstapelsteinen sowie ein Dränleitung am Fuß der Konstruktion (vgl. Bild 3).

Bild 3: Darstellung der Betonstapelsteine, der Geogitter
und
der Verfüllmaterialien im Bauzustand (Quelle: Tensar International)
Auf Wunsch des Bauherrn wurden die Betonstapelsteine in der Farbe „Terrament“ (rotbraun) produziert, um eine bestmögliche Harmonie mit der gegenüberliegenden Lärmschutzwand aus Betonpaneelen des selben Farbtones zu erreichen. Somit wurde eine attraktive Ansichtsfläche geschaffen, die keine besonderen Wartungsarbeiten erforderlich macht.
Abschließend wurden auf die Betonstapelsteine Abdeckplatten aufgebracht und mit Spezialkleber befestigt (vgl. Bild 4).

Bild 4: Ansicht der fertiggestellten bewehrten Stützkonstruktion (Quelle: Tensar International)

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