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1/6/2005

Lärmschutzwall an der Autobahnausfahrt Mainz-Großberg

Im Zuge der Erweiterung des Mainzer Rings (BAB 60) wurde von der Stadt Mainz an der Autobahnausfahrt Mainz-Großberg der Bau eines Lärmschutzwalls geplant. Die Lärmschutzmaßnahme wurde aufgrund der Erschließung des nahe gelegenen Neubaugebietes „Großberghang“ erforderlich.


Bebauungsplan des Neubaugebietes Mainz-Großberg

Bei der Planung der Lärmschutzkonstruktion waren typische Anforderungen im innerstädtischen Bereich zu berücksichtigen sowie die Vorgaben des Lärmschutzgutachten zu erfüllen. Zur optimalen Nutzung der Bauflächen sollte der Flächenbedarf der Konstruktion möglichst gering gehalten werden. Weiterhin musste eine kostengünstige Unterhaltung des Lärmschutzwalls, sowie eine optimale Anpassung an die umgebende Landschaft gewährleistet werden.
Für die Herstellung der Wallanlage standen große Mengen Aushubmaterial von Baumaßnahmen aus dem Mainzer Raum und dem angrenzenden Neubaugebiet zur Verfügung. Bei dem Aushubmaterial handelte es sich um Lößlehm mit steifer bis halbsteifer Konsistenz. Um eine wirtschaftliche Lösung zu erzielen, sollte die Entsorgung des Aushubmaterials vermieden und die Kosten für die Beschaffung eines geeigneten Verfüllmaterials für den Lärmschutzwall auf ein Minimum reduziert werden.


Ansicht während der Bauphase

Die Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt Mainz mbH (GVG) hat die Strack Tiefbau GmbH aus Göllheim mit dem Bau des Lärmschutzwalls beauftragt. Der Lärmschutzwall sollte mit einer Gesamthöhe von bis zu 10m und einer Neigung von 60° erstellt werden. In Zusammenarbeit mit der Firma Tensar International GmbH in Bonn wurde eine Lösung erarbeitet, die den Bau einer geogitterbewehrten Steilböschung unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen vorsah. Das Konzept beinhaltete die Verbesserung des nicht standfesten Schüttmaterials mit Bindemittel (Kalk-Zement-Gemisch). Diese Kombinationsbauweise (Verbesserung des Schüttmaterials mit Bindemittel und Einbau von Geogittern) konnte realisiert werden, da die verwendeten einaxialen Tensar Geogitter aus Polyethylen hoher Dichte (PEHD) bestehen und daher auch gegen hohe PH-Werte resistent sind. Zur Herstellung des Lärmschutzwalls wurde das System Tensar Grün BS vorgesehen. Bestehend aus optimal aufeinander abgestimmten Komponenten ermöglicht es einen schnellen und reibungslosen Bauablauf.


Einbau des Verfüllmaterials

Bei der Herstellung des Lärmschutzwalls erfolgte der Einbau des Verfüllmaterials zwischen den Geogitterlagen in „Sandwichbauweise“ mit je 30cm Recyclingmaterial und 2 x 30cm verbessertem Lößlehm. Um die Begrünung des Systems zu ermöglichen, wurde hinter den Frontelementen bewurzelungsfähiger Boden eingebracht und die Sichtfläche mit einer Anspritzbegrünung versehen.


Beginnende Begrünung nach Fertigstellung des Lärmschutzwalls

Durch die Kombination der Vorteile der oftmals konkurrierenden Bauweisen, wie die Stabilisierung von bindigem Erdmaterial mit Bindemittel und dem Einsatz von Geogittern, ist bei diesem Projekt ein anspruchsvolles Bauwerk entstanden, das auch im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit Maßstäbe setzt.

Zum heutigen Zeitpunkt ist der Lärmschutzwall mit einer Ansichtsfläche von ca. 3000m² bereits fertiggestellt und begrünt. Die weitere Planung der GVG sieht eine Aussichtsplattform aus Stahlbeton vor, die auf dem Bauwerk installiert werden soll.

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